Dividendenrendite: So berechnen Sie sie und ordnen sie richtig ein
Redaktion Depot Navigator ·
Was ist die Dividendenrendite?
Die Dividendenrendite gibt an, wie viel Prozent des aktuellen Aktienkurses ein Unternehmen als Dividende an seine Aktionäre ausschüttet. Sie macht Dividenden verschiedener Aktien vergleichbar, unabhängig davon, wie hoch der Kurs einer einzelnen Aktie ist.
So wird die Dividendenrendite berechnet
Die Formel lautet: Dividendenrendite = Dividende je Aktie ÷ Aktienkurs × 100. Ein Beispiel mit runden Zahlen: Zahlt ein Unternehmen 2 Euro Dividende je Aktie und kostet die Aktie 50 Euro, beträgt die Dividendenrendite 4 Prozent. Fällt der Kurs auf 40 Euro, steigt die Rendite rechnerisch auf 5 Prozent, obwohl die Dividende gleich geblieben ist.
Genau hier liegt eine Falle: Eine plötzlich hohe Dividendenrendite entsteht oft durch einen fallenden Kurs. Wenn der Markt bereits mit einer Kürzung der Dividende rechnet, ist die angezeigte Rendite nur noch eine Zahl aus der Vergangenheit.
Was ist eine gute Dividendenrendite?
Bei großen deutschen Unternehmen liegen die Dividendenrenditen häufig zwischen 2 und 5 Prozent. Versorger, Versicherer und Telekommunikationskonzerne zahlen traditionell eher höhere Dividenden, Technologie- und Wachstumsunternehmen eher niedrige oder gar keine, weil sie ihre Gewinne lieber ins eigene Wachstum stecken. Eine niedrige Dividende ist also kein Qualitätsmangel.
Worauf Sie achten sollten
- Ausschüttungsquote: Zahlt ein Unternehmen mehr aus, als es verdient, ist die Dividende auf Dauer gefährdet.
- Verlauf über mehrere Jahre: Eine über viele Jahre stabile oder steigende Dividende sagt mehr aus als ein einzelner hoher Wert.
- Free Cashflow: Dividenden werden aus Geld bezahlt, nicht aus Buchgewinnen. Ein Blick auf den Free Cashflow zeigt, ob die Ausschüttung gedeckt ist.
- Steuern: In Deutschland fällt auf Dividenden Abgeltungsteuer an, bei ausländischen Aktien kommt oft Quellensteuer hinzu.
Die Dividende auf unseren Aktienseiten
Im Kurs-Cockpit jeder Aktienseite steht die aktuelle Dividendenrendite, darunter zeigt eine Grafik die Dividenden der letzten Jahre. Typische Dividendenzahler sind etwa Allianz, Deutsche Telekom oder BASF, während Unternehmen wie Nvidia nur eine sehr kleine Dividende zahlen.
Häufige Fragen
Warum steigt die Dividendenrendite, wenn der Kurs fällt?
Weil die Dividende durch einen kleineren Kurs geteilt wird. Die Rendite steigt rechnerisch, obwohl sich an der Zahlung nichts geändert hat. Eine sprunghaft hohe Rendite ist deshalb oft ein Warnsignal.
Wann wird die Dividende gezahlt?
Deutsche Unternehmen zahlen meist einmal im Jahr nach der Hauptversammlung. Viele US-Unternehmen schütten vierteljährlich aus. Wer die Aktie am Tag vor dem Ex-Tag besitzt, erhält die Dividende.
Ist eine hohe Dividende besser als eine niedrige?
Nicht automatisch. Entscheidend ist, ob das Unternehmen die Dividende aus seinem Geschäft dauerhaft bezahlen kann und ob es daneben noch genug in sein Wachstum investiert.
Keine Anlageberatung: Vergangene Dividenden sind keine Garantie für künftige Zahlungen.
