Free Cashflow einfach erklärt: Wie viel Geld ein Unternehmen wirklich übrig hat
Redaktion Depot Navigator ·
Was ist der Free Cashflow?
Der Free Cashflow ist das Geld, das einem Unternehmen nach allen laufenden Ausgaben und Investitionen tatsächlich übrig bleibt. Er zeigt, wie viel Geld für Dividenden, Aktienrückkäufe, Übernahmen oder den Abbau von Schulden zur Verfügung steht. Viele Anleger halten ihn für aussagekräftiger als den Gewinn, weil er sich schwerer durch Buchungsregeln beeinflussen lässt.
So wird er berechnet
Vereinfacht gilt: Free Cashflow = operativer Cashflow − Investitionen in Sachanlagen. Der operative Cashflow ist das Geld, das aus dem laufenden Geschäft hereinkommt. Davon werden die Ausgaben für Maschinen, Gebäude, Rechenzentren oder Fahrzeuge abgezogen. Ein Beispiel: Erwirtschaftet ein Unternehmen aus seinem Geschäft 10 Milliarden Euro und investiert 4 Milliarden Euro, bleibt ein Free Cashflow von 6 Milliarden Euro.
Gewinn und Free Cashflow sind nicht dasselbe
Der Gewinn in der Bilanz enthält Posten, die kein Geld bewegen, etwa Abschreibungen oder Bewertungen. Umgekehrt tauchen große Investitionen nicht sofort voll im Gewinn auf. Deshalb kann ein Unternehmen Gewinn melden und trotzdem Geld verbrennen, oder einen Verlust ausweisen und viel Geld einnehmen. Liegt der Free Cashflow über Jahre deutlich unter dem Gewinn, lohnt ein genauer Blick.
Worauf Sie achten sollten
- Entwicklung über mehrere Jahre: Einzelne Jahre schwanken stark, etwa durch große Investitionsprogramme.
- Branche: Industrie, Energie und Autobau brauchen hohe Investitionen, Software deutlich weniger.
- Deckung der Dividende: Ist die Dividende dauerhaft höher als der Free Cashflow, wird sie über Schulden oder Reserven bezahlt.
- Negativer Free Cashflow: Bei Wachstumsunternehmen normal, solange klar ist, wofür das Geld investiert wird.
Der Free Cashflow auf unseren Aktienseiten
Im Abschnitt „Umsatz, Gewinn und Kennzahlen“ jeder Aktienseite steht der Free Cashflow des letzten Geschäftsjahres in der Berichtswährung des Unternehmens. Ein Vergleich zwischen kapitalintensiven Werten wie Volkswagen oder RWE und Softwarekonzernen wie SAP zeigt die großen Unterschiede.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Cashflow und Free Cashflow?
Der operative Cashflow ist das Geld aus dem laufenden Geschäft. Der Free Cashflow zieht davon die Investitionen ab und zeigt, was danach wirklich frei verfügbar ist.
Ist ein negativer Free Cashflow schlecht?
Nicht automatisch. Wachstumsunternehmen investieren oft mehr, als sie einnehmen. Kritisch wird es, wenn das über viele Jahre so bleibt, ohne dass das Geschäft entsprechend wächst.
Wofür nutzen Unternehmen den Free Cashflow?
Für Dividenden, Aktienrückkäufe, Übernahmen oder den Abbau von Schulden. Wie ein Unternehmen ihn verwendet, verrät viel über seine Strategie.
Keine Anlageberatung.
